Caria 

    

                                Caria ist mit seinen weiten Tälern, friedlichen Olivenhainen und vielen Buchten eine der schönsten Regionen der Türkei. Sie zieht sich entlang der anatolischen Südwestküste zwischen den Städten Aydin im Norden und Fethiye im Süden hin. Der Fluß Buyuk Menderes (Maeander) windet sich durch die bergige Region des Nordens. Seine Nebenflüsse, der Cine Cayi (Marsyas), der Ak Cay (Harpagus), und der Dandala Suyu (Morsynus) durchqueren die tiefen Täler der Region in nordwestlicher Richtung. In diesem Gebiet fließen noch fünf weitere Flüsse in Richtung Meer. Zwischen den schmalen Halbinseln Halicarnassus und Cnidus zieht sich die Bucht von Mandalya und der Ceramic Golf hin. Im Norden der Halbinses Halicarnassus peninsula liegt der Golf von Lasus. Die Halbinseln sind von vielen kleineren Inseln umgeben: Sisam (Samos) und Nikarya (Ikaria) im Norden, Rodos (Rhodos) im Süden. Die Küste ist zum größten Teil sehr felsig und birgt viele natürlich Häfen. In Caria herrscht mediterranes Klima: hohe Temperaturen mit häufig über 30 Grad im Sommer, Regen und selten unter 10 Grad im Winter.

Das Wort Caria bedeutet so viel wie "Ein Land, in dem Karianer leben". Es wird angenommen, daß sie dieses Gebiet als erste besiedelten. Allerdings findet man bei den frühen christlichen schreibern und anderen historischen Autoren unterschiedliche Ansichten bezüglich der Herkunft der Karianer.

Nach Homer (8. Jahrhundert vor Christus) siedelten die Karianer im südwestlichen Asia Minor um Miletus, das Tal des Flusses Maeander und den Bergen Mycale und Phthirian. In Bezug auf die vereinigten Völker der Trojaner erwähnt er die Karianer neben den Lelegianern, Paionianern, Cauconianern, Pelasgianern, Lycianern, Mysianern, Maionianern and Phrygianern extra. Auf Inschriften der Phrygianer werden die Karianer sogar schon im 8. Jahrhunder vor Christus erwähnt.

Während Homer zwischen Karianern und Lelegianer unterscheidet, berichtet Herodotus (484-425 vor Chr.), der selbst karianischen Ursprungs war und in Halicarnassus geboren wurde, daß die Karianer und Lelegianer ein und dieselbe Abstammung hätten, und daß die Karianer ursprünglich Lelegianer hießen und von den Inseln gekommen wären. Wahrscheinlich waren sie Untertanen von König Minos von Kreta, obwohl sie in der Ägäis lebten, und sie waren von ihm hoch angesehen, weil sie gute Seefahrer waren.

Herodotus, dem das karianische Leben sehr bekannt war, berichtet, daß die Historiker der Karianer, die zu seiner Zeit lebten, erzählten, daß die Karianer schon immer das Festland bewohnt hätten. Tatsächlich glaubten die Karianer selbst, daß sie schon immer auf dem Kontinent gelebt hatten. Als Beweis hierfür führten sie an, daß außer ihnen selbst nur noch die Mysianer aus dem Nordwesten, und die Lydianer aus dem Westen Zugang zu dem Heiligtum des karianischen Zeus hatten. Außerdem seien diese Völker mit ihnen verwandt und lebten ihrerseits auch schon immer auf dem Festland.
Nach Thucydides (ein Historiker aus Athen, 460-396 vor Christus) bewohnten die Karianer die Inseln und betrieben Piraterie. König Minos selbst hätte sie von den Inseln vertrieben, um sein Gebiet von Piraten zu säubern. Thucydides eigenen Beobachtungen zufolge lebten auf den meisten Inseln in der Ägäis Karianer. Er selbst wurde einmal Zeuge einer Grabstättenverlegung von der Insel Delos auf die benachbarte Insel Rheneis. Er berichtete, daß die Art der Grabstätte und die Grabbeigaben, vor allem aber die Waffen, denen der Karianer sehr ähnlich waren. Daraus schloss er, daß in früheren Zeiten die meisten der ägäischen Inseln von Karianern bewohnt gewesen sein mussten. Er machte auch auf die Unterschiede in der karianischen und griechischen Sprache aufmerksam. Seiner Ansicht nach ähnelte die Sprache der Karianer eher der Sprache, die die Bewohner des Kontinents sprachen.
Pausanias (Autor, 2. Jahrhunder v. Chr.) schreibt, daß die Bewohner von Miletus, selbst glaubten, daß ihr Gebiet früher den Karianer gehört hatte - bis Immigranten von Kreta unter der Führung eines Mannes namens Miletus vor dem König Minos geflohen waren und sich dort niedergelassen und mit den eingeborenen Karianer vermsicht hätten. Er nennt außerdem die Lelegianer "einen Teil der karianischen Rasse"
Glaubt man Strabo (Geograph, 64 v. Chr.-20 n. Chr.) so waren die Lelegianer Söldner im Dienst der Karianer.

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